John Preus at Kunstverein Heilbronn

by Sergej Vutuc

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John Preus “On Drawing”
Kunstverein Heilbronn

Vernissage: am Freitag, den 5. September, um 20Uhr
Es sprechen Maria Theresia Heitlinger (Vorsitzende)
Dr. Matthia Löbke (Ausstellungsleiterin)

6. September bis 16. November 2014
Di bis So 11-17 Uhr
Do 11-19 Uhr

Termine:
08.10.2014 Führung durch die Ausstellung mit Dr. Matthia Löbke
16.10.2014 Kunstpause
12.11.2014 Führung durch die Ausstellung mit Dr. Matthia Löbke

Links:
http://www.kunstverein-heilbronn.de/ausstellung/2014/john-preus/john-preus
http://johnpreus.com/
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Die documenta 13 in Kassel 2012 hatte einen unwiderstehlichen Anziehungs- vielleicht sogar ihren Höhepunkt im Hugenottenhaus. Hier bekam die Kunstwelt nicht nur die Fortschreibung einer städtebaulichen Tendenz vorgeführt, die sich in ihrer Erkenntnis auf die Sichtweisen sowie radikalen Eingriffe Gordon Matta-Clarks zurückführen lässt, sondern erhielt gratis zudem eine Lehrstunde darüber, wie die Realität des immer wieder recycelten New-World-Buildings in den zerfallenden amerikanischen Großstädten zwischenzeitlich aussieht. Namentlich Teil dieses widerständigen, alternativen Recycling- wie Utopie-Projekts von Theaster Gates aus Chicago war John Preus, der nun erstmal im Kunstverein Heilbronn mit seinen eigenen Arbeiten in einer Einzelausstellung in Europa präsentiert wird. In seinem einfühlsamen literarisch inspirierten und theoretisch orientierten Text »On Love and Labour – thoughts that accompanied the making of a table« schreibt er über seine Idee vom Tischebauen, seinen Objekten, und von den Erlebnissen in einer Männergruppe, die nach C. G. Jung therapiert werden sollte. John Preus geht es um nicht weniger als die Fortführung des Nachbarschaftsgedankens, so wie er schon im Hugenottenhaus augenfällig war. Doch flicht der aus Chicago stammende Künstler seine aus gefundenen Teilen und Materialien zusammengefügten Tische, Möbel und Musikinstrumente in eine weltumspannende Ökonomie, fragt nach Aspekten von Schönheit des Gegenstandes genauso wie nach protestantischer Ethik und westlichen Marktprozessen in einer postkolonialen Ära sowie den Rahmenbedingungen, die durch die Weltbank formuliert werden. John Preus arbeitet also nicht nur mit handwerklicher Liebe und großem Können selbst an seinen Kunstwerken, er versucht auch noch die dicken Bretter zu bohren.

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